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Biografie

Künstler
Oscar Begas 1828 Berlin - 1883 Berlin

Oscar ( Oskar ) Begas, Spross der bedeutenden Berliner Künstlerdynastie, übernahm nach dem Tod seines Vaters und Lehrers, des königlich-preußischen Hofmalers Carl Joseph Begas d. Ä., dessen florierendes Atelier. Ursprünglich auf dem Feld der Historienmalerei ausgebildet, stieg er bald zu einem der gefragtesten Bildnismaler der Hauptstadt auf; er porträtierte die Finanzelite und war mehrfach auch für die Hohenzollern tätig.
Oscar Begas widmete sich unter Anleitung seines Vaters schon als Kind der Malerei; aus dieser frühen Phase ab 1842 sind mehrere einfühlsame Porträts der engsten Familienmitglieder überliefert. Im väterlichen Atelier übte er sich im Kopieren und in Bildkomposition, arbeitete an Werken des Vaters mit und führte bereits im Alter von 13 Jahren erste Auftragsarbeiten für hohe Berliner Gesellschaftskreise aus. Später, an der Akademie der Künste, war er zunächst im Bereich der Historienmalerei tätig. Nach einjährigem Aufenthalt (1849/50) in Dresden, wo er Schüler von Eduard Bendemann war, kehrte Begas nach Berlin zurück und erhielt 1852 das Rom-Stipendium der Berliner Akademie.
Nach seiner Rückkehr nach Berlin und dem frühen Tod des Vaters im November 1854 wurde ihm die Fortführung der Reihe der Ritter der Friedensklasse für den Orden Pour le Mérite übertragen. Im Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm IV. porträtierte er Persönlichkeiten wie Heinrich Friedrich Link, August Boeckh, Johannes von Müller und Johann Lukas Schönlein. Als Porträtist blieb er bis zu seinem Tod in hohen und höchsten Kreisen gefragt und war auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten.Kulturgeschichte der Zeit zwischen Vormärz und Zweitem Deutschem Kaiserreich dienen, zu deren typischen Vertretern Begas zählte.
In Rom, wo er sich bis 1854 aufhielt, entstand neben Genrebildern wie Plauderstunde am Brunnen (1853, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie) auch eine Kreuzabnahme für die Michaeliskirche, die eine Goldene Medaille errang.
In Begas’ Bildnissen von Springer, Bleichröder, Menzel, Ullstein und anderen verschmilzt die vom Vater ererbte berlinisch-biedermeierliche Bildkultur denn auch zunehmend mit dem heraufdämmernden Pathos und dem Repräsentationswillen der Gründerzeit. Im Vorfeld der Reichsgründung von 1871 wirkte Begas an zahlreichen Ausstattungsprojekten für die prächtigen Privatvillen und öffentlichen Bauten der boomenden Metropole mit. Auch als Professor an der Königlichen Akademie der Künste sowie als aktiver Protagonist des gesellschaftlichen und künstlerischen Lebens hat Begas die Berliner Kunst seiner Epoche mitgeprägt. Mit dem über 300 Gemälde, Repliken, Gemeinschaftsarbeiten und Ausstattungsprojekte umfassenden Catalogue raisonnée der Gemälde von Oscar Begas liegt nun das erste Werkverzeichnis des Malers vor. Für die um eine Biografie ergänzte Publikation wurden erstmals bis dahin unbekannte Archivalien aus dem Besitz der Nachfahren des Malers ausgewertet, die ein neues Licht namentlich auf die Zeit seines künstlerischen Reifeprozesses der 1840er und 1850er Jahre werfen. Das Grab von Oscar Begas, seiner Frau Marie-Elise geb. Beerend und seiner Kinder befindet sich auf dem Alten Friedhof Wannsee.


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